Manuela Wutschke Räume, in denen man gern bleibt

Einrichtung

Schöner Wohnen Farbe: So finden Sie den passenden Wandton

Bei der Schöner Wohnen Farbe entscheidet das Licht mit. Ich zeige dir, wie du Farbton, Raumgröße und Probeanstrich klug aufeinander abstimmst.

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schöner wohnen farbe Titelbild · Einrichtung

In meinem Arbeitszimmer stehen seit drei Wochen vier Farbmuster an der Wand, jedes etwa so groß wie ein Geschirrtuch. Morgens gefällt mir das helle Grün, abends das warme Sandbeige. Genau so sollte eine Farbwahl aussehen — und wer nach Schöner Wohnen Farbe sucht, steht meistens vor der gleichen Frage: Welcher Ton passt zu meinem Raum, meinem Licht und meinem Alltag?

Schöner Wohnen Farbe: Was hinter Designfarben und Innenfarben steckt

Die Schöner Wohnen Farbe ist eine Wandfarbenmarke, die ihren Namen von der gleichnamigen Wohnzeitschrift trägt und im Baumarkt in vielen fertig abgetönten Nuancen steht. Wer zum ersten Mal vor dem Regal steht, sieht zwei große Gruppen: klassische Innenfarben, meist in Weiß, und sogenannte Designfarben, also bereits fertig gemischte Farbtöne mit eigenem Namen.

Der Unterschied liegt weniger im Etikett als im Inhalt. Eine weiße Innenfarbe ist das Grundprodukt für Decken und Wände, die hell bleiben sollen. Designfarben sind fertig abgetönt und sollen einen Farbton zuverlässig wiedergeben, ohne dass du selbst Abtönpaste hineinrühren musst. Das hat einen praktischen Vorteil: Ein zweiter Eimer derselben Nuance sieht in aller Regel genauso aus wie der erste. Beim Selbstabtönen gelingt das selten.

Für mich ist das der eigentliche Grund, zu einer Farbreihe mit festen Tönen zu greifen. Ich kann eine Musterdose kaufen, sie an die Wand bringen und weiß, dass die Fläche später dem Muster entspricht. Wie Farbe insgesamt die Stimmung eines Zimmers prägt, habe ich in meinem Beitrag zur Raumgestaltung mit Farben ausführlicher beschrieben.

Was die Angaben auf dem Eimer verraten

Unabhängig von der Marke lohnt ein Blick auf die Rückseite des Gebindes. Wandfarben werden in Europa nach der Norm DIN EN 13300 eingestuft. Die Nassabriebklasse reicht von 1 bis 5 und beschreibt, wie gut die Farbe feuchtes Abwischen verträgt — Klasse 1 ist die robusteste. Das Deckvermögen wird in Klassen von 1 bis 4 angegeben, wiederum ist 1 die beste. Für Flur und Küche lohnt sich eine niedrige Nassabriebklasse, im Schlafzimmer ist sie weniger wichtig. Wie eine bestimmte Farbe eingestuft ist, steht im technischen Merkblatt des Herstellers.

Den passenden Farbton finden: Licht, Himmelsrichtung und Probeanstrich

Die meisten Enttäuschungen beim Streichen haben einen Grund: Der Farbton wurde unter dem Licht im Baumarkt ausgesucht. Zu Hause sieht er dann anders aus, oft kühler oder dunkler. Farbe ist kein fester Wert, sondern das, was das Licht von der Wand zurückwirft.

Zimmer nach Norden bekommen gleichmäßiges, eher kühles Tageslicht. Graue und bläuliche Töne wirken dort schnell fahl. Warme, leicht gelbliche oder rötliche Nuancen — Sand, Ocker, ein gedecktes Rosé — gleichen das aus. Südzimmer dagegen sind hell und warm, dort vertragen sich auch kühle Grün- und Blautöne gut. Nach Westen fällt am Nachmittag flaches, goldenes Licht ein. Das bleibt an der Wand hängen und verstärkt warme Farben deutlich.

Abends übernimmt das Kunstlicht. Warmweiße Leuchtmittel mit 2.700 bis 3.000 Kelvin — Kelvin ist die Maßeinheit für die Lichtfarbe, je niedriger, desto wärmer — lassen Wände gelblicher erscheinen als am Tag. Wie sich Leuchten auf verschiedenen Höhen kombinieren lassen, beschreibe ich bei den Lichtkonzepten für ein stimmungsvolles Zuhause.

So mache ich den Probeanstrich

Ich streiche Muster nie direkt auf die alte Wand, sondern auf weiße Pappen von mindestens 50 mal 70 Zentimetern, jeweils in zwei Schichten. Die Pappen hänge ich an zwei Wände: eine im direkten Licht, eine im Schatten. Dann lasse ich sie mindestens zwei Tage stehen und schaue morgens, mittags und abends hin. Ein Ton, der mir zu allen drei Tageszeiten gefällt, kommt in die engere Wahl. Kleine Farbkarten aus dem Fächer reichen für diese Entscheidung nicht, weil eine Farbe auf großer Fläche immer kräftiger wirkt als auf dem Papierstreifen.

Eine hilfreiche Angabe ist der Hellbezugswert, falls er auf der Farbkarte steht. Er liegt zwischen 0 für Schwarz und 100 für reines Weiß und zeigt, wie viel Licht ein Ton zurückwirft. Für dunkle Nordzimmer wähle ich Töne mit eher hohem Hellbezugswert, damit der Raum nicht zusätzlich an Licht verliert.

Salbeigrün, Pearl und andere gedeckte Töne im Raum

Unter den Suchanfragen zur Farbe von Schöner Wohnen tauchen zwei Begriffe auffällig oft auf: Salbeigrün und Pearl. Beide stehen für eine Richtung, die ich gut nachvollziehen kann — weg vom reinen Weiß, hin zu gebrochenen, ruhigen Tönen, die einen Raum wärmer machen, ohne ihn zu dominieren.

Salbeigrün ist ein Grün mit einem deutlichen Grauanteil. Es wirkt natürlich, weil es den Farben getrockneter Kräuter und vieler Blätter ähnelt. Im Schlafzimmer und im Wohnzimmer verträgt es sich mit Holz, Leinen und Terrakotta. Mit Zimmerpflanzen entsteht eine Verbindung, die den Raum ruhig hält, statt ihn zu überladen. Wie Pflanzen selbst die Stimmung verändern, habe ich unter Wohnzauber mit Grün beschrieben.

Pearl steht für ein perlmuttartiges, warmes Off-White mit leichtem Grau- oder Beigeanteil. Solche Töne sind für mich die ehrlichste Alternative zu Weiß. Sie wirken hell, aber nicht klinisch, und verzeihen Schatten in Ecken besser als ein kaltes Polarweiß. In Altbauwohnungen mit Stuck passen sie gut, weil der Stuck in reinem Weiß davor etwas sichtbarer wird.

Ein Farbton ist nicht gut, weil er gefragt ist, sondern weil er zu deinem Licht und deinen Möbeln passt.

Welcher dieser Töne der richtige ist, entscheidet nicht seine Beliebtheit, sondern der Raum. Ein Salbeigrün, das im Südzimmer frisch wirkt, kann im Nordflur grau und müde aussehen. Deshalb gilt auch hier: erst die Musterpappe, dann der Eimer.

Raumwirkung gezielt lenken: Wände streichen für mehr Weite

Farbe verändert nicht nur die Stimmung, sondern auch, wie groß ein Raum erscheint. Helle Töne treten optisch zurück, dunkle kommen auf dich zu. Diese einfache Regel lässt sich gezielt nutzen.

In kleinen Räumen lasse ich Wände und Decke hell, am liebsten im selben warmen Off-White. Die Kanten zwischen Wand und Decke verschwimmen dann, und der Raum wirkt höher. Ein langer, schmaler Flur wird kürzer und freundlicher, wenn die Stirnwand am Ende einen dunkleren, warmen Ton bekommt. Eine sehr hohe Altbaudecke lässt sich umgekehrt optisch absenken, indem man sie ein bis zwei Nuancen dunkler streicht als die Wände oder die Wandfarbe 20 bis 30 Zentimeter auf die Decke zieht.

Halbhoch streichen, Akzentwand und Colour Drenching

Drei Techniken nutze ich in meiner eigenen Wohnung immer wieder:

  1. Halbhoch streichen: Der untere Teil der Wand bekommt einen kräftigeren Ton, etwa bis 100 oder 120 Zentimeter Höhe, darüber bleibt es hell. Das erdet den Raum und schützt die Wand dort, wo Stuhllehnen und Taschen sie berühren.
  2. Akzentwand: Eine einzige Wand in einer deutlicheren Farbe — idealerweise die, auf die der Blick beim Betreten fällt. Hinter dem Sofa oder dem Bett wirkt sie am ruhigsten.
  3. Colour Drenching: Wände, Decke, Heizkörper und Fußleisten bekommen denselben Ton. Das klingt mutig, wirkt aber erstaunlich ruhig, weil keine Kontraste den Blick unterbrechen. Für kleine Räume wie ein Gäste-WC oder ein Arbeitszimmer eignet sich das besonders.

Auch Wandpaneele in einem gedeckten Grau oder Grün können eine Akzentwand ersetzen und nebenbei den Nachhall dämpfen. Wie das funktioniert, zeige ich im Beitrag über akustische Wandpaneele in Grau.

So gelingt der Anstrich: praktische Tipps zum Wände streichen

Die beste Schöner Wohnen Farbe nützt wenig, wenn der Untergrund nicht vorbereitet ist. Ich prüfe jede Wand mit einem einfachen Test: Ein Streifen Klebeband wird fest angedrückt und ruckartig abgezogen. Bleibt alte Farbe daran hängen, muss sie entfernt oder mit einer Haftgrundierung behandelt werden. Stark saugende Wände, etwa frischer Putz, bekommen vorher einen Tiefgrund, damit die Farbe später gleichmäßig trocknet.

Beim Streichen selbst helfen ein paar Grundregeln. Ecken und Kanten werden zuerst mit dem Pinsel vorgestrichen, danach rolle ich die Fläche zügig in Bahnen von oben nach unten. Wichtig ist, nass in nass zu arbeiten: Jede neue Bahn überlappt die noch feuchte vorige. Sonst entstehen Streifen, die man im Streiflicht sieht. Eine Wand streiche ich deshalb immer in einem Zug, ohne Pause in der Mitte.

Das Klebeband ziehe ich ab, solange die letzte Schicht noch feucht ist. So reißt die Farbkante nicht ein. Für Küche und Flur wähle ich eine Farbe mit guter Nassabriebklasse, weil dort Spritzer und Fingerabdrücke abgewischt werden müssen. Ideen, wie Farbe in der Küche mit Fronten und Arbeitsplatten zusammenspielt, findest du bei den kreativen Küchenideen.

Bis bald, und lass das Licht herein, Ricarda

Häufige Fragen (FAQ)

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